Biggi, Pac und Nogger Shoc

Bild Nico Kaiser ~ CC
Ich kann ein ganz goßes Arsch sein. Manchmal. Beispiel gefällig? Here we go.
Es ist Montag morgen und ich sitze in der S8 und fahre in Richtung Düsseldorf zur Arbeit.
An der Haltestelle Wuppertal Hbf steigen wie immer jede Menge Leute ein. Darunter auch einige die öfters mit mir zur selben Zeit bis Düsseldorf Hbf fahren. Zwei dieser Personen setzen sich zu mir in den Vierer und schaffen es schon vor sieben Uhr sich angeregt über Ihre Arbeit zu unterhalten. Die Beiden scheinen im Betriebsrat Ihrer Firma zu arbeiten und wer schon mal mit Betriebsrätlern zu tun hatte der weiß, dass die den Stein der Weisen gefressen haben. Immer.
So wird sich also angeregt über Betriebsratstätigkeiten und eigentlich vertrauliche Details unterhalten. Das kann ich am frühen Morgen überhaupt nicht ab. Also hole ich meine Kopfhörer raus und höre Musik. Laut, versteht sich, denn ich will den Senf den der alternative Sandalenfutzi der aufgetakelten Schnäpfe erzählt überhaupt nicht hören.
Es dauert keine Minute und der brabbelnde Birkenstocknazi tippt mir mit oberlehrerhaftem Blick auf die Schulter. “Können sie das auch leiser hören.” Wenn ich ein netter Mensch wäre und nur einen funken Respekt vor alternativen Sandalenträgern oder Büroschiqusen hätte würde ich jetzt sagen: “Aber sicher. Habe ich Sie gestört, dass tut mir leid.” Hab ich aber nicht. Anstelle dessen nehme ich den rechten In-Ear-Hörer heraus und frage: “Bitte sehr?”
Birki: “Können Sie diesen Krach leiser machen?”
“Ja kann ich.” Ich schaue Ihn an und mache keine Anstallten die Musik leiser zu drehen. Anstelle dessen stecke ich mir den zweiten Hörer wieder in mein Ohr. Der gute Mann schaut ein wenig bescheuert und fragt sich wohl was an diesem Satz so unverständlich war. er tippt mir wieder auf die Schulter.
Wenn ich eins nicht leiden kann, dann ist das wenn fremde nicht weibliche Wesen mich betatschen. Also stelle ich auch mal eine Frage. Noch bevor er seinen Spruch aufsagen kann fahre ich Ihm beim Kopfhörer rausnehmen über den Mund. “Sagen Sie mal betatschen Sie immer fremde Leute. Mögen Sie sowas? Ich nicht.”
Birki: “Ich will, dass Sie die Musik leiser machen.”
Ich: “Ich will, dass Biggi und Pac wieder leben und ein Abbo auf Nogger Shoc für den Rest meines Lebens.”
der Sandalenhans versteht die Welt nicht mehr und ich stöpsel mich wieder ein. Er will gerade wieder mit seinem Finger an mir rumgrabbeln, als ich Ihm zuvor komme.
Ich: “Hören Sie. Wir fahren jetzt schon eine ganze Weile zusammen Bahn. Jeden Tag schwafeln Sie hier lauthals über irgendwelche Betriebsinterna und ich weis auch, dass Sie Betriebsrat sind und sowas irgendwie schädlich für sie sein könnte. Ich mache einen Deal mit Ihnen. Sie und Ihre Kollegin unterhalten sich leise oder halten den Mund und ich mach die Musik leiser. Im übrigen hilft das Wörtchen ‘Bitte’ im Leben oft weiter. Aber als Betriebsrat fordert man ja irgendwann nur noch. Kein Problem wenn sie das verlernt haben. Ich helfe da gerne.”
Birki: “Machen Sie jetzt ‘bitte’ die Musik leiser?”
Ich:”Ja. So gefällt mir das besser.”
Ich erspare mir weiteren Stress, mache die Musik leiser und verfolge amüsiert wie Birki und Schiquse sich pikieren. Eigentlich bin ich nicht so, aber manchmal, da kann ich nicht anders.




