Kein schöner Schule

Autor: Thommy am Dienstag, 3. März 2009

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Abgelegt unter: Tagebuch

Bild mkorsakov ~ CC

Dieser Text hier bezieht sich auf einen Post von Malte Welding, dessen Blogeinträge ich seiner Zeit auf Spreeblick wie jetzt auf seinem eigenen Blog sehr gerne gelsen habe bzw. lese.

Im seinem Text “Eine Vorzeige-Schule” veröffentlicht er eine Zusammenfassung der Zustände eines Gymnasium mit Fachrichtung Musik in Hessen.

Ich habe ja in meinem Leben bisher die ein oder andere Schule besucht und ich lasse da jetzt auch einmal meinen Senf zu ab. Vielleicht sollte man sich vorher den Post von Malte durchlesen um zu verstehen wieso, warum und sowieso.

Gynasium in Wuppertal:

Ich habe 11 Jahre (incl. einer Ehrenrunde in der Neuneten) ein Gymnasium mit durchaus “guten Ruf” in Wuppertal besucht. Fachrichtung war dort Naturwissenschaften mit einem großen Trakt für alle einzelnen Bereich, die diese Fachrichtung betreffen. Von Geld war hier allerdings kaum etwas zu spüren. Veraltete Bücher, marode Gebäudeteile und eigentlich immer ein Hauch von Baustelle in der ganzen Schule.

Das “Personal” kann man überhaupt nicht in eine Schublade stecken. Es gibt engagierte Lehrkräfte und solche die es eben nicht sind. An Schulen gibt es immer einen Lehr- und einen Leerkörper (Ahh hahaha … super Wortwitz – brb).

Wichtig ist wohl nur, das Talent, Stoff zu vermitteln und einen einigermaßen aktulles Lehrmaterial, aufgearbeitet präsentieren zu können. Die Fähigkeit so wie die Lust, dies zu tun, hat man oder eben nicht. Da unterscheidet sich der Lehrer von keinem anderen Arbeitnehmer. Ich habe mir regelmäßig von Jahrgängen über mir, Unterlagen geben lassen, in denen Tafelbilder notiert waren, die Jahr für Jahr wieder auf dem Schiefer landeten. Möglicherweise waren manchmal sogar Klassenarbeiten von Jahr zu Jahr gleich gestellt.

Bücher gab es in manchen Fächern überhaupt nicht, es wurde mit Kopien gearbeitet. Kritik an der Vorgehensweise oder der Geschwindigkeit des Unterrichts (egla ob zu schnell oder zu langsam) wurden mit einem: “Möchtest du dich hier vorne hinstellen und den Unterricht leiten?” (Gegenfrage: “Bekomme ich dafür ihr Geld?”), abgeschmettert.

Es fiel so oft Unterricht aus, dass mancher Lehrer unsere Namen nach einem 3/4 Jahr immer noch nicht konnte. “Der mit der Kappe. Könnten Sie die bitte abnehmen?” “Wie würden Sie mich denn dann rufen wenn sie meinen Namen nicht kennen? … Danke, ich behalte die lieber auf.” Die Klassen, in denen ich war, bestanden immer mindestens aus 29 – 31 Schülern. Darunter einige “Problemschüler”, wie man mich – wenn ich ehrlich zu mir bin – auch früher hätte nennen können.

Ich war nie wikrlich interresiert an dem was mir in der Schule vermitttelt werden sollte. Meine Interessen lagen mehr im privaten Bereich, beim Skaten, Unsinn machen und mit Drogen experimentiern.

Berufskolleg:

Hier wurde nur noch an Kopien gearbeitet und die 3 Bücher die wir brauchten, mussten wir uns nicht kaufen, es wurde uns nur angeraten.

Lehrermangel und dadurch bedingter Unterrichtsausfall waren an der Tagesordnung. Kurse, die in der 6 + 7 Stunde statt fanden, wurden oft bereits nach 20 Minuten für beendet erklärt und wer Lust hätte könne noch bleiben.

Generell wurden solche Kurse wie Informatik immer gruppenweise, im zwei Wochen Takt, abgehalten.

Meine Motivation die Schule abzuschließen war Anfangs noch sehr hoch, da ich diese, nach der nicht erfolgreich abgeschlossenen Tontechniker Ausbildung, als zweite Chance sah. Die Motivation lies allerdings von Monat zu Monat nach. Zum Schluss war ich kaum noch in der Schule.

Berufsschule in Düsseldorf:

Wie jeder ordentliche Azubi musste auch ich in die Berufsschule. Mittwochs und Freitags hieß es von 8 bis 13 Uhr, die Schulbank drücken. Fiel eine der letzten Stunden aus musste man in den Betrieb und so war ich öfter im Betrieb, als in der Schule. Für den Unterricht dort sollten ich mir zwei Bücher kaufen. Die Preise waren gesalzen, aber zum Ausgleich dafür wurden die Exemplare wenig genutzt und es wurde lieber an Hand von Kopien, aus älteren Büchern, gearbeitet. Die Bücher sehen heute noch wie neu aus. Auch ein Mangel an Lust,  auf Seiten der Lehrer, wie auch der Schüler, führte nicht unbedingt zu einer optimalen Unterrichtssituation.

Kritik am Unterricht wurde auf die mangelnde Konzentrationsfähigkeit vieler Schüler abgewelzt und die Möglichkeit, dass der Unterricht einfach nicht gut war wurde als völlig abwegig angesehen. Ich verkürze die Ausbildung, da ich es nciht mehr aushilt an einer solchen Institution.

Fazit:

Wenn ich mir den Text der Schülerin, in Verbindung mit meinen eigenen Erfahrungen ansehe, muss ich leider feststellen, dass sich vieler Orts die Zustände ähneln. Schüler und Lehrer plagen sich durch den Tag und eigentlich möchte man nur laut schreien, bei den Zuständen, die auf Schulen einer Industirenation herrschen. Weltspitze ist man schon lange nicht mehr, bzw. war man nie, und die Aussicht auf mehr Bildung ist so realistisch wie ein Meistertitel für Schalke 04 in der Saison 2008/2009.

Unternehmen fordern mehr Bildung und hätten am liebsten Azubis mit 5 jahren Berufserfahrung durch Praktikas, die für 400 Euro, 43 Stunden abreißen. Der Anspruch, der an Schule gestellt wird, ist zu hoch, wenn man die stark unterschiedlichen Bildungsvorraussetzungen der schüler betrachtet. Solch große Leistungsgefälle sind schon lange kein Einzelfall oder eine Besonderkeit mehr. Da Hilft auch kein neuer Internetraum oder mehr Multimedia-Schnick-Schnack. Integration, Verständigung zwischen den Generationen, zurückgestufte Erwartungen, Geduld und die Lust am Lehren und lernen sind die Mittel mit denen es nach Vorne gehen kann.

Die politische Parole lautet halt seit Jahren: “Da müsste man mal was machen” und da machen wir nichts dran.

Auf ein Wort:

Ein Wort noch an die Verfasserin des Textes der mich bewegt hat dies hier zu schreiben.

Schreib dies doch einmal an die Bundeskultusministerin. Ich weiß, aus eigener Erfahrung, dass der Erfolg gering ist, aber ein Versuch ist es wert.

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